Ein Kamerad des JgB ST im deutschen TV auf Island
28. September 2010
In drei Teilen zeigt der deutsche Sender MDR seinen Zusehern in der bekannten Wanderserie „Rucksack“ seinem Publikum einen der weltweit schönsten und spektakulärsten Trekkingrouten.
Ich hatte nicht nur das große Vergnügen das Produktionsteam zu führen, sondern auch unmittelbar gemeinsam mit den eigentlichen Präsentatoren Heike Opitz und Robby Mörre zu moderieren. Nun! Wie kam ich zu dieser Ehre?
Ich arbeite schon seit vielen Jahren als Trekkingguide am isländischen Hochland in der vulkanexplosiven Welt aus großen Wüsten, gewaltigen Gletschern, Elfen und Geistern. Ich verdanke es natürlich auch meiner steirischen Natur – gut ausgestattet mit Herz und nicht minder kleinerem Mundwerk, rekrutierte mich die Redaktion schlichtweg als Fachkommentator.
Die Erkundungstour im Vorjahr zeigte schon, dass es eine wahre Herausforderung für die 12köpfigen TV-Crew sein werde, gut beladen mit der schweren HD-K
ameratechnik diese 55km zu marschieren. Das Drehbuch „forderte“ zu dem noch weitere 30km per pedes an sogenannten „Motivausflügen“ in fünfeinhalb Drehtagen – Erinnerungen ans Militärische werden wach: von A nach B unter der Last von reichlichem Gerät in Erfüllung eines Auftrags
Für mich neu war natürlich das Gefühl vor der TV-Kamera zu stehen … kurz, knackig und ohne Verzögerungen sollten meine Ansagen über Island sein… das war nun meine Herausforderung! Das Team hat mir dabei irrsinnig geholfen und nach kurzer Eingewöhnung, die einen ans Land, der andere an die Kamera, konnten wir alle nicht nur intensivst arbeiten, sondern auch den fantastischen Weg mit seiner unglaublich abwechslungsreichen Landschaft genießen. Buntes Gestein am Hochland, durchzogen von heiß-grollenden Geothermalfelder, springender Mini-Geysire, riesige kochende Schlammpötte, eingebettet in Gletschereis und –flüssen, die es oberschenkeltief zu durchfurten galt, präsentierte sich das Hochland in allen Wetterverhältnissen von traumhaft sonniger Windstille bis hin zum eisigen Sturm.
Tief beeindruckt von der ungemein großen Zahl der Motive dauerten die Drehtage lange – 13, 14 Stunden waren keine Seltenheit und abends füllten wir unsere Energiespeicher wieder auf, indem Traditionelles aus der isländischen Küche verspeist wurde – verschiedenstes an Fisch, und selbstverständlich feinstes Lamm in allen Kochvarianten.
Zubereitet hat es Villi, seines Zeichens „Isländer in Reinkultur“ sowie in Personalunion auch Fahrer von einem richtigen Raubtier an Begleitfahrzeug, einem 45 zoll-rädrigen Superjeep, welcher auch das notwendige Stromaggregat für das Kameraequipment transportierte.
So gelangten wir nach 5 Tage vom Hochland zur Südküste an den Fuß, des mittlerweile bekannten Vulkans Eyjafjallajökull, welcher für einige Tage dramatisch den Flugbetrieb über Europa lahmlegte. Die Besteigung war selbstverständlich ein nicht ungefährlicher Pflichttermin und sicherlich der Höhepunkt für die Mannschaft, einen so „jungen“ Berg zu besteigen. Der Boden noch so gleißend-heiß, dass es bald nach dem Auflösungsprozess unserer Gummisohlen stank. Übertüncht nur von der massiv schwefelsauren Luft, die uns das Atmen beinahe verweigerte … Was uns jedoch endgültig den Atem raubte, war diese Szenerie aus Feuer geborenes jungfräuliches Vulkangestein und der ewigen Eiswelt.
Die geplanten Flugaufnahmen bestätigten diese Kräfte der Natur. Unser Sturzflug aus einer Höhe von 1.700 m über Meer führte hinein in einem vom Lavastrom raus gefressenen Eiscanyon bis knapp auf Meeresniveau. Dort, am Ende der mächtigen Gletscherzunge, ein großer Gletschersee sein Ende fand, indem er unmittelbar nach der Eruption von gewaltigen Flutmaterialmengen gefüllt wurde. Passend dazu unser Puls: nämlich auf 225...
Die darauffolgenden Tage gestalteten sich für das Filmteam dann nicht mehr so drehintensiv. Wir nahmen die für dieses Wikingerland typischen Motive auf: unendlich scheinende schwarze Sandflächen, einsamste wunderschöne Strandabschnitte, traumhafte Wasserfälle, den berühmten Geysir und natürlich gingen wir auch als Kontrast zur weiten Gegend in die pulsierende Hauptstadt Reykjavik.
Diese 12 Tage waren viel mehr als nur Arbeit und Einsatz - das Erlebte, die Zufriedenheit über das Geleistete vertrieb die allgemeine Müdigkeit und sorgte bei allen für sehr große Freude sowie reiche Erinnerungen!
Und zu sehen ist das Werk an folgenden Sendeterminen im MDR FERNSEHEN:
Teil 1: Mittwoch, 08. September 2010, 15.30 Uhr, WH: Freitag, 10.09.2010, 10.15 Uhr
Teil 2: Mittwoch, 22. September 2010, 15.30 Uhr, WH: Freitag, 24.09.2010, 10.15 Uhr
Teil 3: Mittwoch, 29. September 2010, 15.30 Uhr, WH: Freitag, 01.10.2010, 10.15 Uhr
Und im Internet mit weitere Informationen und einem Making-of zur Sendung unter www.mdr.de/rucksack !
Viel Spaß damit wünscht,
OWm Georg Hirn



