KREIDFEUER 2010

Steiermark 10. - 19. Juni 2010 - Das Jägerbataillon Steiermark "Erzherzog Johann" übte den Schutz von wichtigen zivilen Schutzobjekten im Rahmen der Übung "Kreidfeuer 2010" im Raum Leibnitz/Straß.

Am 10. Juni begann für das Schlüsselpersonal des Bataillons die Übung. Nach dem Einstellungsvorgang und dem Ausfassen der gesamten Ausrüstung begann die Arbeit, um das Einrücken der restlichen Truppe so reibungslos wie möglich gestalten zu können. Bereits am nächsten Tag rückten weitere Milizangehörige ein und die ausgedachte Einstellungsstraße mit dem Ausfassen der Ausrüstung konnte getestet werden. Alles verlief reibungslos und man konnte beruhigt in ein kurzes Wochenende gehen.

Montag der 14. Juni begann für die bereits in der Vorwoche eingerückten Teile mit der gewohnt militärischen Routine. Für ca. 200 „Neuankömmlinge“ war es jedoch der Übungs- beginn und somit die Umstellung von Zivilist auf Soldat. Die bereits in der Vorwoche perfektionierte Einstellung verlief ohne viel Aufsehen. Waffe ausfassen, Bekleidung tauschen und sämtliche weitere Standardtätigkeiten füllten den Vormittag für die neu hinzugekommenen Milizionäre, während der Rest bereits beim Scharfschießen und der Stationsausbildung in den verschiedensten Fachbereichen unterwegs war. Für die dritte Kompanie gab es zu Mittag noch ein Highlight. Der Bataillonskommandant Oberst Schlögl übergab die Kompanie von seinem langjährigen Kommandanten Oberleutnant Mellizer an seinen Nachfolger Oberleutnant Buchegger.

Der Nachmittag stand im Zeichen der Verlegung aller drei Jägerkompanien  auf den Truppenübungsplatz Seetaler Alpe und die weitere Ausbildung vor Ort zum Thema „Schutz“.

Zum ersten Mal kam auch Martin Moser von der Antenne Steiermark, dem zivilen Partner des Jägerbataillon,  zu Besuch. Martin Moser hat das Bataillon im Rahmen seiner Radiosendung Moser@work von Mittwoch bis Freitag unter dem Motto „Military Moser“ begleitet.

Auch bei den letzten Eingerückten hat sich am Dienstag der militärische Alltag voll eingestellt. Nach Frühstück, Bettenbau und Körperpflege teilten sich die Aufgaben. Während im Bataillonsstab die letzten Dinge in den Führungsgrundgebieten erledigt, geplant und befohlen wurden, begann in den Kompanien die Ausbildung an den Waffen und Geräten. Die drei Jägerkompanien teilten den Tag in Scharfschießen, Funksprechverkehr und in der vertiefenden Ausbildung im Bereich  „Schutz“. Ab den Mittagsstunden übernahmen die stellvertretenden Kompaniekommandanten die Ausbildung, während die Kompaniekommandanten selbst mit den Vorkommandos bereits in den Übungsraum verlegten. Nach dem Bezug der Kompaniegefechtsstände wurden die Schutzobjekte ein letztes Mal erkundet.

Für den Bataillonsstab richtete die Führungsunterstützung die  technische Infrastruktur  für den Bataillonsgefechtsstand in der Kaserne Straß ein. Weiters wurden letzte Absprachen vor Ort getätigt, um ein reibungsloses Einfließen des Bataillonstabes am nächsten Tag zu ermöglichen.

Am Mittwoch ab 5 Uhr Früh verlegte das gesamte Bataillon von der Seetaler Alpe und der Kaserne St. Michael in den Einsatzraum. Ohne größere Schwierigkeiten erreichte das Bataillon rechtzeitig die Schutzobjekte, Kompaniegefechtsstände und den Bataillonsgefechtsstand im Raum Straß/Leibniz. Nach dem Beziehen wurde mit der Sicherung der Schutzobjekte begonnen.

Ab zehn Uhr am Vormittag begann das Militärkommando Steiermark mit dem Einspielen der Übungseinlagen. Im Laufe des Tages kam es zu vermehrter Aufklärung der Gefechtsstände im Bereich der 3. Jägerkompanie durch zivile feindliche Kräfte. Die 1. Kompanie wurde am Nachmittag bereits durch  reguläre feindliche Soldaten aufgeklärt, wobei es auch schon zu ersten Kampfhandlungen gekommen ist. In den späten Abendstunden bis kurz nach Mitternacht wurden verstärkt feindliche Truppenbewegungen im  Bereich der Stabskompanie registriert und es kam vermehrt zu Kampfhandlungen.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen des Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer und des Bundesministers für Landesverteidigung und Sport Herrn Norbert Darabosch. Nach einem kurzen Briefing über den Rahmen der Übung durch den Militärkommandanten der Steiermark Brigadier Mag. Heinz Zöllner gab es eine kurze Einweisung durch den Bataillonskommandanten Oberst Bernd Schlögl in das Jägerbataillon, dessen mögliche Aufgabengebiete und in die derzeitige Lage der Übung. Danach ging es im Konvoi zum Schutzobjekt Kraftwerk Obervogau. Dort fand eine Vorführung mit Beteiligung eines Hubschraubers zwecks Aufklärung statt. Nach erfolgreicher Abwehr von subversiven Kräften gab es zum Ende des Besuches noch eine kurze Gesprächsrunde mit den dort eingesetzten Milizsoldaten.

Auch am letzten Tag wurde bei allen Kompanien verschiedene Aufgaben eingespielt, die mit Bravour gelöst wurden. Besonders hervorheben muß man eine Einlage bei der 2. Kompanie. Dort kam es in den frühen Morgenstunden zu einer Geiselnahme. Die Aufgabe der 2. Kompanie war es das Gebäude, in dem sich der Geiselnehmer verschanzt hatte, zu sichern. Die Befreiung selbst wurde durch die vom Bataillon angeforderte Spezialeinheit Cobra von der Polizei durchgeführt.

Gegen Mittag wurde das Übungsende ausgerufen und die Kompanien begannen mit dem Rückbau der Stellungen bei den Schutzobjekten. Bis zum Abend waren alle Schutzobjekte wieder von allen militärischen Stellungen und Einrichtungen befreit. Am Abend gab es dann kompanieweise noch einen Abschlussabend.

Am Samstag in der Früh verlegte das gesamte Bataillon wieder zurück nach St. Michael in die Landwehrkaserne. Dort wurde wieder alles militärische Gerät abgegeben, Beförderungen ausgesprochen und Auszeichnungen übergeben.  Am frühen Nachmittag wurden die Soldaten wieder in ihr Zivilleben verabschiedet.